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GrammatikWortschatz

Formuliere deine Sätze auf Italienisch so, um natürlicher zu klingen – dislocazione a sinistra e a destra

· von Julia

Die dislocazione a sinistra „Linksversetzung“ ist im gesprochenen, umgangssprachlichen Italienisch seehr häufig und kann ein echter Gamechanger für Dich und Dein Italienisch sein! 

Sie dient dazu, ein Element des Satzes hervorzuheben, das gerade relevant ist. Die italienische Sprache ist in dieser Hinsicht also sehr flexibel und die Satzstellung ist weniger streng als im Deutschen.

Du fragst Dich bestimmt: Wozu das Ganze? Kann ich meine Sätze nicht einfach normal formulieren? Natürlich ist eine neutrale Satzstellung auch richtig, aber die Linksversetzung bringt Abwechslung und Dynamik in Deine Sätze. Sprache ist schließlich viel mehr als ein langweiliger Austausch von Informationen. Sie ist spontan, lebendig und situativ.

Die veränderte Satzstellung

Der normale Satzbau im Italienischen ist SVO, also Subjekt Verb Objekt, wie im Deutschen. Schauen wir uns ein einfaches Beispiel an:

Paolo mangia una mela. „Paolo isst einen Apfel.“

Wenn ich jetzt den Apfel hervorheben möchte, sage ich Folgendes:

La mela, la mangia Paolo. „Den Apfel, den isst Paolo.“

Das Objekt wird an den Anfang des Satzes, also vor das Verb, versetzt, weshalb es Linksversetzung heißt. Wenn ich hier la mela an den Anfang stelle, muss ich dieses Substantiv danach nochmal mit einem direkten Objektpronomen aufgreifen. In diesem Fall ist la mela weiblich und ein direktes Objekt und wird somit durch das Pronomen la ersetzt bzw. wiederaufgegriffen. 

Schauen wir uns weitere Beispiele an, auch mit verschiedenen Zeitformen (links jeweils der Satz mit Linksversetzung und rechts der neutrale Satz):

La pasta, la mangio tutti i giorni. -> Mangio la pasta tutti i giorni. „Ich esse jeden Tag Pasta.“

L’italiano, Marta lo parla molto bene. -> Marta parla molto bene l’italiano. „Marta spricht sehr gut Italienisch.“

A Roma, ci vado l’anno prossimo. -> L’anno prossimo vado a Roma. „Ich fahre nächstes Jahr nach Rom.“

In der Vergangenheit:

La pizza, l’ho mangiata sabato scorso. -> Ho mangiato la pizza sabato scorso. „Ich habe letzten Samstag Pizza gegessen.“

I soldi, li ho spesi. -> Ho speso i soldi. „Ich habe das Geld ausgegeben.“

Questo film, lo guardavo sempre da bambino. -> Guardavo sempre questo film da bambino. „Ich habe diesen Film immer als Kind geschaut.“

In der Zukunft:

I compiti, li farò nel pomeriggio. -> Farò i compiti nel pomeriggio. „Ich mache die Hausaufgaben am Nachmittag.“

Die Linksversetzung kann natürlich auch in einer Frage vorkommen:

Le mele, le hai comprate? -> Hai comprato le mele? „Hast du die Äpfel gekauft?“

Sätze werden in der Regel folgendermaßen strukturiert: 

bekannte Information + neue Information

Che cosa ha comprato Anna?

Anna ha comprato un libro.

Meistens ist das Subjekt (in diesem Fall Anna) die bereits bekannte Information und das Objekt die Neue.

Wenn jetzt aber das Objekt bereits bekannt ist, wird es eben an den Anfang des Satzes versetzt, wie bei der dislocazione a sinistra

Dove ha comprato il libro Anna?

Il libro, Anna l’ha comprato in libreria.

Il libro ist in diesem Beispiel das relevante Element, weshalb ein Italiener den Satz sofort damit beginnen würde. 

Man könnte das Objekt in der italienischen Sprache auch einfach nur durch ein Objektpronomen ersetzen, ohne es noch nach links zu versetzen. Da das Italienische aber eine sehr ausdrucksstarke Sprache ist und Italiener genau betonen möchte, worüber sie gerade sprechen, ist diese Satzstellung in der gesprochenen Sprache eben sehr häufig.

Chi compra il pane? „Wer kauft Brot?“

Lo compro io. „Ich kaufe es.“

Il pane, lo compro io. „Das Brot, das kaufe ich.“ (Mit Linksversetzung)

Im letzten Satz wird direkt am Anfang hervorgehoben, dass die Rede von Brot ist und nicht von etwas, das irgendwann davor erwähnt wurde.

Rechtsversetzung (dislocazione a destra)

Ein weiteres Phänomen, das im informellen, gesprochenen Italienisch sehr oft vorkommt ist die Rechtsversetzung. Hier wird das Objekt ans Ende des Satzes, also nach das Verb, gesetzt. 

Schauen wir uns ein paar Beispiele an:

La chiamo domani, mia madre. -> Domani chiamo mia madre. „Morgen rufe ich meine Mutter an“.

Non lo bevo mai, il vino. -> Non bevo mai il vino. „Ich trinke nie Wein.“

Lo sai che ho passato l’esame di maturità? -> Sai che ho passato l’esame di maturità? „Weißt du, dass ich das Abitur bestanden habe?“

Ce l’hai una penna? -> Hai una penna? „Hast du einen Kugelschreiber?“

Auch hier ist das Objekt schon eine bekannte Information. Die Betonung liegt hier auf dem Prädikat.

Die Rechtsversetzung wird benutzt, wenn man am Ende nochmal klarstellen möchte, was eigentlich gemeint ist. Man denkt, dass vielleicht nicht ganz klar ist, was mit dem Objektpronomen gemeint ist, also erwähnt man das Objekt sicherheitshalber nochmal.

Dieses Phänomene hört man in Italien wirklich jeeeden Tag, die Linksversetzung vielleicht etwas mehr als die Rechtsversetzung. Hier merkt man auch den Unterschied zwischen Muttersprachlern und Italienischlernern. Jemand, der ein noch nicht so hohes Niveau hat, würde wahrscheinlich eher neutrale Sätze verwenden und findet vielleicht, dass die oben genannten Sätze komisch klingen. Wenn Du Deine Sätze so formulierst, dass Du Elemente mit der Links- oder Rechtsversetzung hervorhebst, wird Dein Italienisch sofort natürlicher und authentischer und gleicht dem eines echten Italieners.

Ist Dir dieses Phänomen schonmal aufgefallen? 

Jetzt hast Du noch die Möglichkeit, das Wissen mithilfe einer Übung zu verfestigen:

Übung (esercizio)

Wandle die Sätze in Sätze mit Linksversetzung um:

  1. Ho già comprato i fiori.
  2. Marco ha finito la scuola l’anno.
  3. Mangi spesso la pasta?
  4. Hai visto questo film?
  5. Parla un po’ di spagnolo.

Jetzt mit Rechtsversetzung:

  1. Sei mai andato a Milano?
  2. Non cuciniamo mai la carne.
  3. Non hanno ancora letto quel libro.
  4. Oggi ho lavato le finestre.
  5. Da bambina adoravo questa serie.

Lösungen (soluzioni):

  1. I fiori, li ho già comprati.
  2. La scuola, Marco l’ha finita l’anno scorso.
  3. La pasta, la mangi spesso?
  4. Questo film, l’hai visto?
  5. Lo spagnolo, lo parla un po’.
  1. Ci sei mai andato, a Milano?
  2. Non la cuciniamo mai, la carne.
  3. Non l’hanno ancora letto, quel libro.
  4. Le ho lavate oggi, le finestre.
  5. Da bambino la adoravo, questa serie.

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