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Wortschatz

Italienisch wie ein Muttersprachler? Diese 3 Wörter sind dein fehlendes Puzzleteil für authentisches Italienisch!

· von Julia

Im ersten Artikel zu den Diskursmarkern haben wir uns schon die Wörter allora, senti/guarda und insomma angeschaut. Heute geht es um diciamo, ecco und cioè. Wenn man mal darauf achtet, merkt man, dass jeder Italiener diese Wörter täglich verwendet. Ohne sie geht Italienischsprechen echt nicht und ist auch langweilig finde ich.

1. diciamo

Also eigentlich handelt es sich hierbei um die 1. Person Plural des Verbes dire „sagen“, aber wir konzentrieren uns jetzt nur auf die übertragene Bedeutung dieses Wortes. Oft kann man es tatsächlich mit „sagen wir“ übersetzen, aber ich finde die Italiener benutzen es viel häufiger als wir Deutsche.

Hai capito la regola su come usare il congiuntivo in italiano? „Hast du die Regel verstanden, wie man den Konjunktiv im Italienischen verwendet?“

– Diciamo di sì, ma ho ancora qualche dubbio. „Sagen wir ja, aber ich habe noch ein paar Zweifel.“

Quanti invitati c’erano al matrimonio? „Wie viele Gäste waren auf der Hochzeit?“

– Non tanti, diciamo una trentina. „Nicht viele, sagen wir etwa 30.“

(Im Italienischen kann man an alle Zehnerzahlen die Endung -ina anhängen, um eine ungefähre Zahl auszudrücken. Es wird dann zu einem weiblichen Substantiv: una decina, una cinquantina, usw. Bei 100, also cento, sagt man jedoch un centinaio „etwa 100“.)

Allora? Hai letto il libro che ti avevo prestato? „Und? Hast du das Buch gelesen, das ich dir ausgeliehen hatte?“

– Sì… diciamo che non mi è piaciuto più di tanto. „Ja… sagen wir es hat mir nicht besonders gefallen.“

Questo vestito è… diciamo… un po’ bruttino. „Dieses Kleid ist… sagen wir… ein bisschen unschön.“

(Das Adjektiv bruttino ist eine Art, um auszudrücken, dass etwas nicht so schön ist. Es kommt von dem Wort brutto „hässlich“, da es aber der Diminutiv ist, ist es etwas milder und somit weniger beleidigend. Ich finde es eine gute Alternative zu brutto. Die Verkleinerungsform mit „hässlich“ zu übersetzen scheint mir etwas stark, weshalb ich „unschön“ passender finde.“

-> Man will nicht lügen, aber man will auch nicht zu direkt sein, also benutzt man diciamo, um die Aussage abzuschwächen.

Come vi siete conosciuti? „Wie habt ihr euch kennengelernt?“

– La situazione è… diciamo… abbastanza lunga e complicata. „Die Situation ist… ich sag mal…ziemlich lang und kompliziert.“

Loro due non stanno insieme, sono solo… diciamo… amici di scuola. „Die zwei sind zusammen, sie sind nur… Schulfreunde sozusagen.“

-> Hier dient diciamo vor allem dazu, Zeit zu gewinnen, um das richtige Wort zu finden.

2.  ecco

Mit diesem Adverb kann man vor allem die Aufmerksamkeit des Zuhörers auf etwas Bestimmtes lenken.

Possiamo pagare, per favore? „Können wir bitte bezahlen?“

– Certo, ecco qua il conto. „Natürlich, hier die Rechnung.“

Mit Pronomen, um etwas zu ersetzen:

Dov’è la mia penna? „Wo ist mein Kugelschreiber?“

– Eccola qua. „Hier ist er.“

ecco + direktes Objektpronomen (mi, ti, lo/la/La, ci, vi, li/le)

Luca fa sempre cadere le cose. „Luca lässt immer Sachen fallen.“

*Luca fa cadere una tazza.* „Luca lässt etwas fallen.“

Ecco… „Sag ich doch…“

La situazione è … complicata, ecco. 

3. cioè

L’esame è obbligatorio, cioè lo devono sostenere tutti. „Die Prüfung ist Pflicht, das heißt alle müssen sie ablegen.“

Ci vediamo dopodomani, cioè venerdì. „Wir sehen uns übermorgen, also am Freitag.“

Ho capito tutto quello che hai detto, cioè quasi tutto. „Ich habe alles verstanden, was du gesagt hast, oder besser gesagt fast alles.“

Lucia ha finito tutti i compiti, cioè gliene mancano due. „Lucia hat alle Hausaufgaben gemacht, beziehungsweise ihr fehlen zwei.“

Non vado al lavoro lunedì. „Ich gehe am Montag nicht zur Arbeit.“

-Cioè!? „Wie bitte!?“

Sì, mi sono licenziato. „Ja, ich habe gekündigt.“

In diesem Fall wird es auch ceh geschrieben und kann so gut wie immer in informellen Situationen beim Sprechen benutzt werden. Ein bisschen wie das deutsche „halt.“

Settimana prossima abbiamo le ferie e possiamo fare quello che vogliamo. Potremmo fare un picnic, una passeggiata e magari, ceh, potremmo anche andare al cinema in realtà. Come vuoi.

„Nächste Woche haben wir Urlaub und können machen, was wir wollen. Wir könnten ein Picknick machen, einen Spaziergang und vielleicht… eigentlich könnten wir halt auch ins Kino gehen. Wie du willst.“

Das ist so eine der Sachen, die man sich meiner Meinung nach nicht wirklich angewöhnen kann. Wenn Du viel Italienisch hörst oder liest, also viel Input bekommst, wird der Gebrauch dieser Wörter irgendwann einfach ganz natürlich für Dich. Sie werden wortwörtlich zu Deiner zweiten Natur. Ich habe das selber erlebt. Ich habe mich bewusst ganz viel der Sprache ausgesetzt, also YouTube-Videos geschaut, Podcasts und Musik gehört, Bücher gelesen und nach einer gewissen Zeit, habe ich Wörter benutzt, die mir gar nicht „bewusst“ waren. Ich hatte sie unbewusst aufgeschnappt und einfach benutzt, als wäre Italienisch meine Muttersprache. Das ist ein wunderschöner und verblüffender Moment, aber gleichzeitig fühlt es sich natürlich an, da man ja Zeit hatte, sich an die Sprache zu gewöhnen! 

Lass mich gerne in den Kommentaren wissen, wo Du gerade in Deiner Entwicklung beim Italienischlernen stehst und ob du diese Wörter schon benutzt!

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